Projekt 5_Theater – Einstudieren von Schulszenen aus den letzten 100 Jahren

John Keating oder doch nur ein enthusiastischer Lateinlehrer im Musiksaal?

Bericht verfasst von: Lotte Schäfer, Emma Böhm und Lisa Gellert

Gedämmtes Licht, der Geruch von abblätterndem Holz des alten Mobiliars und ein enthusiastisch auf dem Tisch stehender Lehrer, der noch lange nicht mit seinem Latein am Ende ist. In dem von zeitloser Eleganz geprägten Musiksaal hängt eine staubige Luft, die dem Raum eine mysteriöse Atmosphäre  verleiht. Der Saal, dessen Ambiente den im Raum Stehenden 100 Jahre in die Vergangenheit versetzen kann. Ein perfekter Ort für die Proben des Pojektes Nr. 5: „Theater“. Die Gruppe, zusammengesetzt aus 21 Schülern der Klassenstufen 7 bis 11, steht unter enormem Zeitdruck. In einem Zeitraum von drei Tagen sollen sie insgesamt drei Szenen aus den Stücken „Frühlingserwachen“ (erstmals erschienen: 1891) und „Feuerzangenbowle“ (Film erschienen: 1944) zur Ehrung unserer Schule hinsichtlich des 100-Jahr-Jubiläums einstudieren. Die Intention der Darbietung ist es, dem Publikum im Endeffekt das Gefühl zu geben, sich tatsächlich in frühere Zeiten versetzt zu fühlen. Eine echte Herausforderung! Die betreuenden Lehrpersonen Frau Kaiser und Herr Kliemt scheinen allerdings trotz des Schwierigkeitsgrades ihrer Aufgabe, den Schülern etwas beizubringen und sie bestenfalls für das schauspielerische Darstellen zu begeistern, guter Dinge zu sein. Mit Optimismus gehen sie die Sache an. Frau Kaiser selbst wies schon als Schülerin Interesse am Schauspiel auf und empfindet die sich vom Unterricht differierende Projektwoche und das heterogene Arbeiten mit den Schülern als „schöne Abwechslung“ (Zitat; Interview). Auch Herr Kliemt, welcher in der Vergangenheit bereits 22 Stücke inszeniert hat, bringt einen großen Schatz an Erfahrung mit in die Proben. Wie der Charakter John Keating aus dem Film „Club der toten Dichter“, gespielt von Robin Williams, besitzt er ebenfalls eine Leidenschaft für das Theater und fordert die Schüler stets auf, ihr Talent und ihre Kreativität vollkommen auszuschöpfen. Während er resolut und stählern auf einem der Tische steht, ein Bild, welches sehr an Keating erinnert, motiviert und korrigiert er die Schüler freundlich und enthusiastisch mit dem Wunsch, die jungen Darsteller zu fördern  und zu verbessern. Die Akteure im Allgemeinen wirken von außen gelassen und konzentriert, in einigen von ihnen sieht es im Inneren jedoch ganz anders aus: „Theater ist meine Leidenschaft. Ich mag es, mich in Rollen hineinzuversetzen, sie kennenzulernen und Emotionen zu zeigen. Es ist sehr aufregend, dabei zu sein!“, äußerte eine der Hauptdarstellerinnen im Interview. Viele der Schüler sammelten bereits in jungen Jahren Erfahrungen mit dem Schauspielern und freuen sich über die Chance, weitere Einblicke in die Welt des Theaters zu gewinnen, obgleich das Projekt von einem Großteil nicht als Erstwahl angegeben wurde. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Arbeit von Frau Kaiser und Herrn Kliemt sowie der Darsteller  vielversprechend aussieht, denn trotz des Zeitdrucks arbeiten sie ganz nach dem Motto: „Carpe Diem – Nutze den Tag“ fokussiert und hart. Wir sind zuversichtlich, dass die Aufführungen der Szene des Stückes „Frühlingserwachen“ (ab 14 Uhr) und die beiden Szenen aus „Feuerzangenbowle“ (ab 15 Uhr, 15.30 Uhr und 16 Uhr, 16.30 Uhr) erfolgreich bewerkstelligt werden. Denn schon am ersten der drei Tage konnte man gegen Ende der Proben ein deutliches und klares Spiel erkennen. Das Projekt zeigt, wie viel Talent und Engagement in unserer Schule steckt und trägt dazu bei, die Feierlichkeiten unvergesslich zu machen. Wir sind gespannt und freuen uns darauf, das Ergebnis zu sehen.