Projekt 26_ „Wer die Macht hat, verlangt nach Zensur“ – Zur Rezeption des Films „Im Westen nichts Neues“

Schlamm, Dreck, die Geräusche anstürmender Feinde und das Rauschen der feindlichen Luftangriffe des Gegners. Dabei befinden sich die Schüler in diesem Projekt natürlich nicht mitten in den Grabenkämpfen des ersten Weltkrieges, sondern in ihrem Klassenraum und schauen den preisgekrönten Film “Im Westen nichts Neues”. 

Die Schüler sehen dabei eine rekonstruierte Version der Erstauflage des Films. Diese enthält fast alle Szenen der Erstauflage und wird kaum zensiert. Wie wir in einem Einzelgespräch erfahren, sind die Ziele des Projekts, die Schüler gegen Zensur zu sensibilisieren und ihnen aufzuzeigen, wie sie eine Demokratie schwächen oder sogar zerstören kann. Dabei nutzen die Betreuer des Projekts den Film “Im Westen nichts Neues“, da er ein optimales Beispiel für die Zensur bestimmter Ideologien ist und somit für uns besonders interessant, da sie in der ersten Demokratie auf deutschem Boden stattfand und da diese Demokratie dann auch kurz danach zerstört wurde, eben von der politischen Gruppierung, die diese Zensuren gefordert hat und eine Diktatur errichtete. Dass dieser Film aber dieses Jahr gewählt wurde, liegt vor allem an der neuen Version des Films, der neu erschienen ist und auf der Plattform Netflix gestreamt werden kann. Die Frage ist: Was machen die Schüler jetzt in den drei Tagen der Projektwoche? 

Wie am Anfang bereits erwähnt, beginnt das Projektteam mit dem Schauen des Films. Danach besprechen sie die Kürzungen des Films und erklären sie anhand des historischen Hintergrundes. Dieser wurde den Schülern durch die beiden fachkundigen Lehrkräfte sehr gut vermittelt. Danach besteht die Aufgabe der Schüler darin, Präsentationen für das Schulfest am Samstag zu erstellen. Diese sollen den Schülern der anderen Projekte ebenfalls die Probleme durch Zensur aufzeigen und sie gegen eben diese sensibilisieren. Andere beschäftigen sich damit, ihren Schulkollegen den historischen Hintergrund der Zeit zu vermitteln und ihnen die damaligen Themen näher zu bringen. Anhand dieser Vorarbeit versuchen sie dann, den Schülern aufzuzeigen, dass Zensur schlecht für die Demokratie ist und werfen die Frage auf: Ist Zensur komplett zu verbieten oder kann es Zensur in Bezug auf den Jugendschutz geben? 

Diese Frage möchte ich auch genauso an Sie weitergeben: Was denken sie zu dem Thema Zensur und den heutigen Nutzungen und ihren Nutzer? Ist es moralisch vertretbar, bestimmte Informationen der Bevölkerung vorzuenthalten oder sollte man keine Geheimnisse haben? Glauben Sie, dass Zensur auch eine Gefahr für unsere Demokratie sein kann? Wenn Sie zu diesen Themen keine klare Meinung haben, nicht genug wissen, um sich diese zu bilden und Interesse an der Zeit während des ersten Weltkrieges und der Weimacher Republik haben, sollten Sie definitiv einen Blick in den Raum B3 werfen, in dem Sie sich die eben erwähnten Präsentationen anschauen können.   

Bericht von Nika F., Luis J., Eliah B., Lennard P.